Review: 2019-03-15/16 Sequane Fest XI

Possession - Sequane Fest
Possession - Sequane Fest

Bands: Deathcode Society, Necroblood, Crimson Moon, Denial Of God, Karne, Vortex Of End, Inferno, Possession
Event: Sequane Fest XI
Date: 15/16.03.2019
Location: Atelier des Môles
Organizer: La Horde Sequane
Text: Thomas Rossi + Erika Rossi

Photos

 

Freitag 15.03.2019

Zum zweiten Mal im Atelier des Môles und zum ersten Mal auf dem Sequane Fest. Wieder hatten wir das sehr nahe Hotel gebucht, von dem aus der Hin- und Rückweg ganz einfach und schnell zu erledigen ist. Zu Fuss natürlich.
Auch diesmal machten wir uns, schon ohne all zu viel Hoffnung, zur „Stadtbesichtigung“ auf. Aber im Gegensatz zum letzten Mal wirkte alles viel lebendiger. Viele Menschen und tatsächlich mehrere Bars zum Aussuchen. Das war doch nicht der gleiche Ort, oder?
Nach dem Bier gings nochmals ins Hotel und dann war es schon bald soweit: der kurze Weg … und natürlich waren wir zu früh da und standen noch etwas rum.
Das Reinkommen und die Akkreditierungen waren ein Klacks. So liebt man das.
Und so wenig Leute … das tat einem fast leid. Diese Leute sind so engagiert und alle mit vollem Herzen dabei … und dann kommen so wenige. Für uns ist das natürlich gut, weil wir so völlig frei beweglich sind.

Mit der ersten Band ging es gleich richtig gut zur Sache. DEATHCODE SOCIETY aus Frankreich. Ein Heimspiel. Aber das Licht war mäßig. Nun, das sollte das ganze Festival so bleiben bzw. schlimmer werden. Wir waren vorgewarnt und daher nicht gross überrascht. Auch unser Kollege C. motzte etwas .. aber das ist halt Black Metal. Aussergewöhnlich die Kostüme und die Masken der 5 Musiker, die einem in die Zeit entführten, als die Pest noch in Europa regierte.
Musikalisch spielen Deathcode Society symphonischen Black Metal vom Feinsten. Fans von Fleshgood Apocalypse oder Carach Angren werden auch diese Band lieben.

Mit NECROBLOOD, auch aus Frankreich kam schon etwas mehr Nebel, aber dafür waren die Jungs sichtbar und nicht verhüllt.
Jetzt ging es deutlich schneller zur Sache. Mit ihrem Black/Death Metal kam Bewegung in die Zuschauer.

Das aktuelle Album Oneironaut (2017) von CRIMSON MOON wird in vielen Magazinen hochgelobt. Die inzwischen in Deutschland ansässige Band um Scorpios Androctonus spielt einen eigenständigen Black Metal. Leicht orientalisch angehaucht, Erinnerungen an Melechesh werden wach, nicht ganz unbegründet, Scorpios Androctonus war bei dieser Band von 2013-2016 Bassist. An der Gitarre ist mit Agreas ein weiteres bekanntes Gesicht, spielt er doch auch bei Narvik.

DENIAL OF GOD aus Dänemark „machen“ zwar auch im Black Metal, aber ihr Stil ist Horror Black Metal, allerdings mit einer leicht ironischen Note. So wurde die Bühne mit Grabsteinen „geschmückt“, die Gesichter waren dazu leichenblass geschminkt… Der Bassist war alleine schon durch sein Äußeres ein Hingucker, aber er überzeugte auch durch seine Musikalität.
Am Ende war ich aber schon sehr geschlaucht und wir blieben nicht ganz bis zum Schluss. Die Luft war voll Rauch und die Augen tränten.

 

Samstag 16.03.2019

Da der zweite Tag auch erst um 20:30 Uhr beginnen würde, mussten wir doch irgendwie den Tag totschlagen. Nach einer Zeit der Bildbearbeitung, der Druck war da, fertig zu werden, hatte e das Peugeot-Museum im nächsten Ort rausgesucht und das war ein ganz toller Einfall: Ich war richtig begeistert, von den Autos und Küchengeräten und Musikinstrumenten, die Peugeot im Laufe der Zeit entwickelt hatte.
Danach waren wir aber so kaputt, dass wir uns hinlegen mussten. Und das kurze Schläfchen tat gut. Danach war man doch wieder einigermassen fit und bereit, etwas zu essen und … zu trinken. Im Ort war inzwischen die Hölle los, es war warm in der Sonne, alle zog es nach draussen, auch die eine oder andere Band vom Vortag und andere schwarze Gestalten….
Diesmal gingen wir später los und auch diesmal kamen wir völlig problemlos rein .. in eine ziemlich leere Halle. Immerhin fragte der „Chef“ gleich ob er unsere Bilder haben dürfte, was einem natürlich sehr ehrt.

Mit KARNE kam die erste Band, die wir schon mal gesehen hatten und bis auf den fast undurchdringlichen Nebel, enttäuschten sie uns nicht 😉. Bassist Ben ist inzwischen schon ein bekanntes Gesicht, hatten wir ihn doch erst vor kurzer Zeit im Metal Café mit DefrAktoR gesehen, dort bediente er allerdings das Schlagzeug.

Die Jungs der nächsten Band sahen ein bisschen Kaiser-Willhelm-mäßig aus und ich war etwas unsicher, was da auf uns zukommen sollte. Aber als sie anfingen, war die Musik absolut genial. Wie man sich täuschen kann. Nur kam mit diesen VORTEX OF END Bewegung ins Publikum und e erhielt einen üblen Stoss. Sicher nicht absichtlich, aber schon sehr rücksichtslos. Schade, aber dann blieben wir lieber am Rand stehen. Zumal der Nebel so dicht war, dass man fast keine Bilder mehr machen konnte. Der zusätzliche Weihrauch tat sein Übriges.

Mit INFERNO kam ganz klar die beste Band des Festes und das hatte e genau so vorausgesagt. Auch diese Band hatten wir schon einmal gesehen, sie eröffneten für Mayhem am 09.07.2017 im Le Grillen den Konzertabend. (Wenn man etwas erkennen konnte, sah das gut aus …)

In der Pause wurden wir wieder angesprochen. Einer von KARNE und einer von NECROBLOOD lobten unsere Bilder so arg, dass ich ganz verlegen wurde. Mann, haben wir uns gefreut. Auch ein häufiger Gast aus dem Le Grillen sprach uns an und wollte wissen, wo unsere tollen Bilder zu sehen waren. Und wir stellten fest, dass wir uns gleich am Montag wiedersehen würden.

Am Schluss wurde es wieder lebendiger. POSSESSION aus Belgien in knallrotem Licht. Hier war auch nicht wirklich viel zu machen. Auch wenn man weiss, dass das so sein muss, es war schade, zumal am Ende des Konzertes noch die Jungs von VORTEX OF THE END zusätzlich auf die Bühne kamen und dann ging das sprichwörtliche und abgedroschene Feuerwerk los. Sowas hatte ich schon ewig nicht mehr erlebt und ich war ganz aus dem Häuschen.

Zumal wir unsere Bier-Bon-Karte noch leertrinken mussten 😉
Das Festival war das Highlight des Jahres (bisher). Es hat saumässig Spass gemacht. Es hat einfach alles gestimmt und die vielen Lobe und überhaupt die netten Leute taten sehr gut.

Fazit: 8 klasse Bands, aller überzeugten 100%tig, und es war kein Lückenfüller dabei, wie man es oft von Konzerten ähnlicher Größenordnung erlebt. Aussergewöhnlich auch die Freundlichkeit der Sequane-Crew, wenn nichts dazwischen kommt sind wir nächstes Jahr wieder dabei und das „Forest Fest Open Air part VIII“ ist fest eingeplant!

 

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