Forest Fest (Chevenez (CH), Cabane Forestière), 12./13.07. 2019)

Auf dieses Festival hatten wir uns besonders gefreut. Nicht nur das Programm klang toll, nein, wir waren auf kurzfristig zu den offiziellen Festival-Fotografen ernannt worden. Der ursprüngliche Mensch war wohl abgesprungen.

Was das genau für uns bedeutete, war uns nicht klar, aber das klang nach Backstage, Freigetränken und -essen, Sofa zum Ausruhen …

Ganz so lies es sich nicht an, aber einen VIP-Parkplatz direkt vor dem Eingang bekamen wir. Nachdem ein Ordner unseren Defender arg bewundert hatte. Und rote VIP Armbänder. Die hatte sonst niemand. Immerhin, das fing gut an.

Der Platz war noch recht leer, da wir auch „Stimmungsfots“ machen sollten, spazierten wir erstmal zum Campingplatz und lichteten ein paar Gäste beim Aufbau und relaxen ab.

Das Bier mussten wir jedenfalls bezahlen, und das war echt teuer. Da war ich schon mal echt etwas enttäuscht. So eine Verzehrkarte wäre ne nette Geste gewesen.

Bei den ersten Bands war das Fotografieren sehr einfach.. Viel Platz vor der Bühne und helles Tageslicht. Nicht stimmungsvoll, aber die Bilder wurden sehr scharf.

Allerdings taten sich die ersten Bands auch nicht besondere Optik oder Action hervorheben.

Das änderte sich dann schlagartig mit STAHLSARG (was für ein  Name!). Da kam zum ersten Mal tolles Outfit mit Bemalung und Mimik rüber. So macht das Fotografieren Spass.

Allerdings wurde es nun so langsam vor der Bühne voller und … leider auch wilder. Ein paar Leute hatten sich schon so heftig in Stimmung getrunken, dass sie kaum noch stehen konnten und sie fanden es wohl lustig, sich voll in die Menge zu werfen, um dann auf dem Boden niederzugehen. Das war extrem gefährlich. Zum Glück schritten dann irgendwann mal die Leute von der „Staff“ ein.

Das änderte aber nicht viel, weil nun sehr viele Leute ihren Gefühlen freien Lauf liessen und spätesten mit MOONREICH war es sehr schwer zu knipsen. Die zweite Kamera wurde nun eingepackt, es war viel zu gefährlich. Schade, man hätte viel bessre Bilder machen können, aber offenbar war das ein Fest für Wilde.

Genauso wild, nein noch eine Spur heftiger ging es bei SVARTTJERN zu. Trotzdem waren das meine Favoriten an dem Tag. Die machten einfach Spass!

Den Headliner TAAKE schauten wir uns gar nimmer ganz an. Beim Wegfahren mussten wir sehr aufpassen, dass wir keien Leute überfuhren, denn auf der Wiese wo wir parkten sassen und lagen einige im Gras. Aber die Staff war aufmerksam und „verscheuchte“ sie.

Der nächste Tag versprach anstrengend zu werden. 12 Bands! Zwölf!!! Es fing auch schon um 12:15 Uhr an und wie erwartet, mit eher farblosen Bands. Die grosse Überraschung kam aber schon mit TENEBRAE AETERNUM, der Nummer 3. Sehr blutige Bemalung und tolle Grimassen. Das war ein echtes Highlight und unsere zugegebenermassen  wenig heiter Stimmung bekam einen richtigen Aufwärtstrend.

Mit den EGGS OF GOMORRH kam aber dann schon wieder die Ernüchterung. Hier wurde völlig lieblos mit dem Blut „gespielt“, was bei den Vorgängern noch so kunstvoll rübergekommen war.

So richtig begeistern konnten mich die nächsten Bands nicht, aber es wurde klar voller und daher wanderte das 200er mit Kamera schnell ins Gepäck und zur sicheren Aufbewahrung hinter die Theke. Die vorderen Reihen war nun schnell besetzt, man musste früh hinstehen, schon beim Beginn des Soundchecks, um einen Platz zu bekommen.

Mit WHISKEY RITUAL wurde es dann wie erwartet sehr wild. Und wir erkannte einen Bekannten aus Italien, den wir schon mit einer anderen Band fotografiert hatten. So klein ist die Metall-Welt. Überhaupt scheint es „normal“ zu sein, dass man als Musiker verschiedene Bands als Arbeitgeber hat oder braucht.

Nach der ruhigeren Phase mit BELENOS kam mit HERETIC das wildeste Volk auf und vor die Bühne. Dass man bei so einer Gruppe Schläge von hinten bekommt, ist (leider) normal, aber das der Organisator des Festivals ziemlich wild und rücksichtslos von hinter der Bühne über diese drüber und dann in die Menge davor springt, fanden wir fast zu viel. Das war wirklich gefährlich und hätte um ein Haar Erika verletzt. Wir waren richtig sauer. Für Erika war danach die Stimmung im Keller und auch ich hatte keine richtie Lust mehr.

Die Band DARKENDED NOCTURN SLAUGHTERCULT war zwar auch einer der Gründe gewesen, warum wir zu diesem Festival gefahren waren, aber die Leute drängten sich dermassen vor der Bühne, dass wir keine Möglichkeit mehr hatten, uns zu platzieren. Nur eine kleine Aussparung am rechten Rand, von wo auch der Videofilmer arbeitete, blieb uns. Sehr zum Missfallen der Menschen in diesem Bereich, die natürlich sauer waren, dass wir ihnen die Sicht und damit die Handybilder- und filme nahmen. So machte das keinen Spass, zumal sich der Tonmeister und der Videomann ebenfalls in diese kleine Lücke quetschten.

Gute Bilder gehen so nicht und darum beschlossen wir, anch den „Pflichtbilder“ zu gehen und auf die letzte Band zu verzichten.

Das Festival werden wir sicher in Erinnerung behalten, aber nicht nur in guter. Schade.